Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Faktenlage zur aktuellen Tarifrunde bei der Lufthansa am Boden ist eindeutig, auch wenn die Gerüchteküche etwas anderes kochen möchte. Wir bringen es für Euch auf den Punkt:
- Die Stationen Frankfurt und München stehen NICHT vor der Auslagerung. Wie aus Verhandlungskreisen bekannt wurde, signalisiert der Arbeitgeber bereits volle Bereitschaft, dies schriftlich in einem Schutzabkommen zu vereinbaren. Warum? Weil es ihn nichts kostet, eine „Gefahr“ abzuwenden, die aktuell gar nicht existiert.
- Wir sind in einer Lohnrunde, nicht in einer Märchenstunde. Der Fokus muss auf einer echten, tabellenwirksamen Reallohnerhöhung liegen. Wer sich mit einem „Schutz“ vor Luftschlössern abspeisen lässt, zahlt am Ende mit seiner Kaufkraft.
Das inszenierte Finale: Ein Sieg ohne Gegner
Zunächst wird eine Drohkulisse aufgebaut, dann wird ein Streik ausgerufen – und am Ende wird die „Rettung der Stationen“ als heroischer Sieg verkauft.
Doch Vorsicht: Der Arbeitgeber nimmt dieses Schauspiel dankend an. Wenn er ein Schutzabkommen unterschreibt, welches für ihn ohnehin keine strategische Änderung bedeutet, hat er ein mächtiges Argument, um Euch bei der Gehaltstabelle den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er bekommt Planungssicherheit zum Nulltarif.
Technik, Cargo und andere Konzerngesellschaften zahlen mit!
Diese Tarifrunde wird für den Konzern geführt. Wenn der Arbeitgeber versucht, ein vermeintliches „Geschenk“ für die Station mit einer mageren Gehaltserhöhung für alle zu erkaufen, ist das ein Schlag ins Gesicht unserer Kolleginnen und Kollegen bei der Technik, Cargo und anderen Konzerngesellschaften.
Warum sollten diese Bereiche auf Reallohn verzichten, um ein Fake-Schutzabkommen für die Stationen zu finanzieren, welches faktisch keine reale Bedrohung abwendet?!
Wem nützt dieser Streik wirklich?
Ein Streik ist das letzte Mittel für echte Verbesserungen. Wenn wir aber für den Erhalt des Status Quo auf die Straße geschickt werden, während die Inflation unsere Gehälter aufzehrt, dann stimmt die Richtung nicht.
Der Arbeitgeber bleibt bei diesem Manöver unangreifbar: Er gibt ein Lippenbekenntnis zur Standortsicherheit ab und erhält im Gegenzug die Legitimation für einen (voraussichtlich) schwachen Abschluss.
Unsere Position: Fakten statt Inszenierung!
Wir als AGiL wehren uns gegen eine Politik der Angst. Wir fordern vom Management und von den Verhandlungsführern:
- Klartext statt Ablenkung: Ein Verzicht auf Auslagerungen ist kein „Zugeständnis“, sondern eine Selbstverständlichkeit, die keine einzige Rechnung bezahlt.
- Gleiches Recht für alle: Ein Abschluss darf nicht zulasten einzelner Bereiche gehen. Wir brauchen eine tabellenwirksame Erhöhung, die bei jedem ankommt – egal ob auf der Station, im Frachtzentrum oder bei der Technik.
- Reale Lohnerhöhungen statt symbolischer Siege: Wir brauchen Geld im Portemonnaie, keine Beruhigungspillen auf Papier.
Tatsächlich geht es um Eure harte Arbeit und deren faire Bezahlung. Transparenz ist das Gebot der Stunde – für eine starke Belegschaft, die sich nicht durch Inszenierungen täuschen lässt.
Euer AGiL-Vorstand

