Nullrunde, Überlappung, fehlende Wertschätzung, AGiL unterstützt AT-Beschäftigte

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die Unzufriedenheit vieler außertariflich Beschäftigter (AT) im Lufthansa Konzern hat in den vergangenen Monaten deutlich an Sichtbarkeit gewonnen. Spätestens mit dem offenen Brief der AT-Interessenvertretung der Lufthansa Technik AG an den Konzernpersonalvorstand, der aus Anlass der verkündeten Nullrunde verfasst wurde, hat dieses Thema konzernweit Gehör gefunden. Die dort formulierte Kritik bringt auf den Punkt, was viele AT-Mitarbeitende empfinden: fehlende Wertschätzung und eine zunehmende Entkopplung von Verantwortung, Leistung und Vergütung.

Im Unterschied zu tariflich Beschäftigten werden Vergütung und Arbeitsbedingungen der AT-Beschäftigten ausschließlich über den Betriebsrat geregelt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass der Betriebsrat gut vorbereitet ist, rechtlich sicher handelt und von einer starken, unabhängigen Gewerkschaft unterstützt wird. Die Gewerkschaft AGiL unterstützt die Interessenvertretung gezielt mit klarem Fokus auf AT-Beschäftigte.

Vor einigen Jahren war AGiL bei der DLH sehr kraftvoll im AT-Umfeld tätig. Damals wurde über eine Einigungsstelle festgelegt, dass sich Tarif- und AT-Gehälter nicht überschneiden dürfen. Die AT-Einstiegsvergütung musste mindestens einen Euro über der höchsten Tarifstufe liegen. Damit war klar geregelt, dass AT höher bewertet ist als Tarif. Dieser Erfolg wurde später durch andere Betriebsräte wieder aufgehoben.

Aktuell wurden wir durch die Interessenvertretung der Lufthansa Technik darüber informiert, dass dort inzwischen rund 70 % der außertariflichen Mitarbeitenden Gehälter beziehen, die innerhalb der Tarifbänder liegen. Das widerspricht dem ursprünglichen Sinn von AT und stellt das gesamte System infrage.

Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass die Betriebsräte dieses Thema wieder aktiv angehen. AGiL hat sich neu aufgestellt und dafür ein eigenes AT-Ressort gegründet – von AT-Beschäftigten für AT-Beschäftigte.

Konkret werden wir den Betriebsrat mit juristischer Expertise unterstützen. So ermöglichen wir es zunächst bei Lufthansa Technik und bei Bedarf auch konzernweit zu prüfen, ob die bestehenden Regelungen rechtlich korrekt sind.

Ziel ist es, zurück zu echtem AT zu kommen: klar abgegrenzt, transparent und verbindlich.

Wir begleiten diesen Prozess aktiv und informieren Euch regelmäßig über die nächsten Schritte. Euer AGiL-Vorstand